- Dualität in der Bewertung zwischen dem Discounted-Cashflow-Modell und dem KGV.
- Strategische Positionierung in kritischen Sektoren wie Verteidigung, Automobilindustrie und Industrie.
- Positive Auswirkungen des CHIPS-Gesetzes und staatlicher Zuschüsse in den USA.
- Aussichten auf moderates Wachstum mit steigenden Kurszielen bis 2027.
Wer sich für Halbleiter interessiert, hat sicherlich mitbekommen, dass GlobalFoundries in letzter Zeit häufig in den Schlagzeilen war. Das Unternehmen, das ursprünglich als Fertigungsabteilung von AMD begann und sich 2009 selbstständig machte, hat sich zu einem der weltweit führenden Chiphersteller entwickelt und arbeitet hauptsächlich mit ausgereiften Prozesstechnologien, die das Rückgrat vieler Geräte bilden, die wir täglich nutzen.
Die aktuelle Situation des Unternehmens ist, gelinde gesagt, kurios. Nachdem es unter der Kontrolle von Mubadala Investment, dem Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate, stand und 2015 IBMs Chipgeschäft übernommen hatte, befindet es sich nun an einem Punkt, an dem Marktvolatilität und strategische Entscheidungen seinen Börsenwert bestimmen. Dies verunsichert die Anleger, ob jetzt der ideale Zeitpunkt zum Einstieg ist oder ob es besser ist, abzuwarten.
Eine Momentaufnahme der Bewertung: Das Preisdilemma
Die Analyse von GlobalFoundries gleicht einem Puzzle, bei dem die Teile zunächst nicht zusammenzupassen scheinen. Betrachtet man die Discounted-Cashflow-Methode (DCF), sieht die Lage nicht rosig aus. Dieses Modell, das die zukünftigen Gewinne des Unternehmens prognostiziert, deutet darauf hin, dass die Aktie um rund 47,3 % überbewertet ist und ihr innerer Wert deutlich unter dem aktuellen Marktpreis liegt.
Doch nicht alles ist rosig. Betrachtet man das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), ändert sich das Bild dramatisch. Das Unternehmen wird mit einem KGV von rund 33,2 gehandelt, ein Wert, der deutlich unter dem Branchendurchschnitt der Halbleiterindustrie von etwa 47,3 und noch weiter unter dem der Vergleichsgruppe liegt. Dies deutet darauf hin, dass die Aktie, allein auf Basis des Gewinns, ein Schnäppchen sein könnte.
Dieser Widerspruch gibt Analysten Rätsel auf. Im Grunde genommen hängt alles davon ab, ob man der unmittelbaren Generierung von Cashflow oder dem Vergleich mit direkten Wettbewerbern Priorität einräumt . Es ist ein Dilemma, bei dem das Risiko der Projektdurchführung mit der Möglichkeit kollidiert, dass der Markt ihr wahres Potenzial unterschätzt.
Strategische Treiber und das CHIPS-Gesetz
Wir können nicht über dieses Unternehmen sprechen, ohne den US CHIPS Act zu erwähnen . GlobalFoundries hat kürzlich einen Zuschuss von 300 Millionen US-Dollar für die Forschung im Bereich Siliziumphotonik erhalten. Dieser Schritt ist nicht nur eine Finanzspritze, sondern auch eine institutionelle Unterstützung, die den langfristigen Cashflow steigern könnte. Allerdings erfordert er eine erhebliche Investition, die einige Investoren abschrecken könnte.
Darüber hinaus hat das Unternehmen sein Portfolio erfolgreich diversifiziert, um sich nicht allein auf mobile Geräte oder Computer zu verlassen, deren Märkte stark zyklisch und volatil sind. Der Fokus liegt nun auf Anwendungen in den Bereichen Automobil, Industrie und Verteidigung – Sektoren mit deutlich stabilerer und besser planbarer Nachfrage. Die Partnerschaft mit dem US-Verteidigungsministerium positioniert das Unternehmen als wichtigen Partner für die nationale Sicherheit und bietet ihm einen entscheidenden strategischen Schutzschild gegen den Wettbewerb.
Wachstumsaussichten und zu beobachtende Risiken
Mit Blick auf das Jahr 2027 bleiben Wall-Street-Analysten vorsichtig optimistisch. Bei einem durchschnittlichen Kursziel von rund 40 US-Dollar wird für die Aktie ein Aufwärtspotenzial von etwa 10 % erwartet . Einige optimistischere Modelle, basierend auf einem jährlichen Umsatzwachstum von 5,6 % und einer operativen Marge von 18 %, deuten darauf hin, dass die Aktie sogar auf bis zu 49 US-Dollar steigen könnte.
Doch Vorsicht, es läuft nicht alles glatt. Es gibt einen Haken , den wir bedenken müssen. Der Wettbewerb durch Giganten wie TSMC und Samsung ist hart, und Samsung verfügt über eine deutlich aggressivere Preissetzungsmacht. Sollte die Nachfrage nach Unterhaltungselektronik weiter nachlassen, könnte das kurzfristige Wachstum stagnieren und das Unternehmen in eine schwierige Lage bringen, falls es den Übergang zu hochwertigen Chips nicht beschleunigt.
Bei institutionellen Anlegern ist bemerkenswert, dass Persönlichkeiten wie George Soros mit über 243.000 Aktien einen bedeutenden Anteil an dem Unternehmen halten. Dies wird allgemein als Zeichen des Vertrauens in die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens interpretiert, trotz der starken Kursverluste der letzten Monate.
Das Unternehmen präsentiert sich als diszipliniert agierender Akteur, der zwar kein explosives, raketenartiges Wachstum verspricht, aber eine ausgewogene, langfristige Strategie verfolgt . Sein Erfolg wird letztendlich davon abhängen, ob es staatliche Fördermittel und seine differenzierten Technologien in reale, skalierbare Gewinne umwandeln kann, die den Markt davon überzeugen, dass die aktuelle Bewertung nicht überhöht ist.